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Volle Regentonne im Herbst: So schützen Sie Haus und Fundament

Volle Regentonne im Herbst: So schützen Sie Haus und Fundament

Im Herbst ist eine volle Regentonne nicht immer ein Grund zur Freude. Kommt neuer Regen dazu, kann das Wasser überlaufen und wiederholt direkt an derselben Stelle versickern. Steht die Tonne dicht an der Hauswand, wird daraus mehr als eine nasse Ecke: Anhaltende Staunässe kann den Boden am Fundament aufweichen und Schäden am Haus begünstigen. Wer die Tonne vor der nächsten Regenfront prüft und Wasser mit Bedacht ableitet, senkt dieses Risiko.

Warum überlaufendes Wasser zum Problem werden kann

Im Sommer wird Regenwasser oft rasch zum Gießen gebraucht. Im Herbst und Frühjahr bleibt eine Regentonne nach niederschlagsreichen Tagen dagegen leichter voll. Fällt anschließend weiterer Regen, läuft überschüssiges Wasser über. Kritisch ist vor allem, wenn es immer wieder an derselben Stelle nahe der Hauswand auf den Boden trifft.

Versickert dort über längere Zeit viel Wasser, kann sich Staunässe bilden. Feuchtigkeit im Bereich der Bodenplatte kann den Untergrund aufweichen. In der Folge sind Setzungen oder Risse im Mauerwerk möglich. Durch Risse kann Wasser ins Haus eindringen. Feuchte Kellerwände, Schimmel und abgeplatzter Putz können weitere Anzeichen beziehungsweise Folgen sein.

Das bedeutet nicht, dass jedes Überlaufen sofort einen Fundamentschaden verursacht. Entscheidend ist die wiederholte Belastung einer Stelle. Gerade deshalb lohnt sich ein kurzer Blick auf Tonne, Überlauf und Boden, bevor die nächste Regenfront kommt.

Regentonne vor dem nächsten Regen prüfen: Schritt für Schritt

  1. Füllstand kontrollieren. Prüfen Sie nach kräftigem Regen, wie viel Platz noch in der Tonne ist. Ist sie randvoll, kann sie kaum weiteres Wasser aufnehmen. Im Herbst und Frühjahr ist es sinnvoll, den Füllstand regelmäßig und möglichst vor angekündigtem weiterem Regen zu prüfen.
  2. Standort und Überlauf beachten. Steht die Tonne direkt an der Hauswand oder läuft ihr Wasser dort aus, wo es sich wiederholt am Gebäude sammelt? Achten Sie auch darauf, ob das Wasser in Richtung Lichtschacht oder Nachbargrundstück fließt. Wo es möglich ist, sollte der Abfluss nicht dauerhaft auf eine einzelne Stelle am Haus gerichtet sein.
  3. Wasser gezielt ableiten. Ist die Tonne voll, lassen Sie einen Teil des Wassers an einer geeigneten Versickerungsfläche ablaufen. Wählen Sie dafür einen möglichst großen Abstand zu Lichtschächten und zur Grundstücksgrenze. So vermeiden Sie, dass der Boden unmittelbar am Haus oder auf dem Nachbargrundstück unnötig aufgeweicht wird.
  4. Den Zeitpunkt mitbedenken. Bei trockenem Wetter kann das Wasser auf einer geeigneten Fläche versickern. Ist der Boden bereits nass oder hat es gerade stark geregnet, kann zusätzliches Wasser die Kanalisation stärker belasten, wenn es dorthin geleitet wird. Wenn eine Versickerungsfläche fehlt, kann überschüssiger Niederschlag in die Kanalisation geleitet werden. Wenn möglich, sollte das nicht direkt im Anschluss an vorherigen Niederschlag geschehen.
  5. Nach dem Ablassen erneut prüfen. Kontrollieren Sie, ob das Wasser tatsächlich an der vorgesehenen Stelle versickert und nicht doch zur Hauswand, zu einem Lichtschacht oder über die Grundstücksgrenze läuft. Beobachten Sie außerdem, ob sich nach weiteren Regenfällen an derselben Stelle erneut Wasser sammelt.
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Woran Sie mögliche Feuchteschäden erkennen

Ein muffiger Geruch oder feuchte Wände im Keller können darauf hinweisen, dass Feuchtigkeit ein Problem darstellt. Auch Risse im Mauerwerk und abgeplatzter Putz sollten aufmerksam machen. Solche Anzeichen beweisen für sich genommen nicht, dass die Regentonne die Ursache ist. Sie sind aber ein Anlass, die betroffene Stelle und den Wasserweg auf dem Grundstück genauer anzusehen.

Schauen Sie insbesondere nach, ob das Regenwasser regelmäßig nahe der Hauswand austritt oder ob sich dort nach Niederschlägen länger Feuchtigkeit hält. Wenn Sie Veränderungen am Gebäude feststellen, sollten Sie die Ursache nicht einfach mit weiterem Ablassen an derselben Stelle verschärfen. Bei deutlichen oder anhaltenden Schäden ist eine fachliche Beurteilung sinnvoll.

Praktische Tipps für Grundstück und Garten

  • Eine feste Kontrollroutine einrichten. Prüfen Sie die Regentonne nach ergiebigem Regen und vor der nächsten Regenfront. So fällt ein voller Behälter eher auf, bevor das Wasser überläuft.
  • Eine passende Versickerungsfläche wählen. Das Wasser sollte nicht direkt neben der Hauswand, an einem Lichtschacht oder auf dem Nachbargrundstück landen. Entscheidend ist, dass es gezielt auf einer geeigneten Fläche versickern kann.
  • Den Überlaufweg im Blick behalten. Nicht nur der Füllstand zählt. Auch die Richtung, in die überschüssiges Wasser abläuft, macht einen Unterschied. Beobachten Sie den Wasserweg bei Regen, statt sich allein auf den Standort der Tonne zu verlassen.
  • Die Tonne sinnvoll nutzen. Wird Wasser bei trockenem Wetter auf einer geeigneten Fläche versickert, kann es der Grundwasserneubildung zugutekommen. Gleichzeitig ist die Tonne beim nächsten Regen wieder aufnahmefähig. Eine leere Tonne kann außerdem dazu beitragen, die Kanalisation bei großen Niederschlagsmengen zu entlasten.

Ein Beispiel: Die Regentonne steht nahe der Hauswand und ist nach mehreren Regentagen voll. Vor dem nächsten angekündigten Regen kontrollieren Sie, wohin ihr Überlauf führt. Leiten Sie Wasser nicht einfach neben dem Fundament ab, sondern nutzen Sie eine geeignete Versickerungsfläche mit Abstand zu Lichtschacht und Grundstücksgrenze. Gibt es keine solche Fläche, kommt die Kanalisation als Ausweichmöglichkeit infrage. Achten Sie dabei auf den Zeitpunkt, denn unmittelbar nach weiteren Niederschlägen kann zusätzliche Einleitung die Kanalisation belasten.

Fazit: Wasser sammeln, aber nicht am Haus stauen

Regentonnen sind nützlich, sollten im Herbst und Frühjahr aber nicht unbeachtet randvoll bleiben. Wiederholtes Überlaufen an derselben Stelle kann den Boden nahe dem Haus durchnässen und bei anhaltender Staunässe Schäden begünstigen. Prüfen Sie Füllstand und Abflussweg regelmäßig, lassen Sie Wasser gezielt und mit Abstand zu Haus und Lichtschächten versickern und achten Sie auf feuchte Kellerwände, muffigen Geruch oder Veränderungen am Putz. So bleibt Regenwasser eine Ressource und wird nicht unnötig zur Belastung für Grundstück und Gebäude.

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