Mähroboter ohne Begrenzungsdraht im Test: Zwei überzeugen, viele schwächeln
Basierend auf dem aktuellen Testbericht der Stiftung Warentest (Heft 4/2026)
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ToggleEndlich drahtlos – aber wie gut klappt das wirklich?
Wer sich schon mal die Mühe gemacht hat, einen Begrenzungsdraht durch den Garten zu verlegen, weiß: Das ist mühsam, zeitaufwendig und nicht gerade schön anzusehen. Die gute Nachricht: Diese Ära ist vorbei. Die neueste Generation von Mährobotern navigiert ganz ohne Draht – per Satellitensignal, Kamera oder einer Kombination aus beidem.
Die Stiftung Warentest hat in ihrem aktuellen Heft (4/2026) acht solcher modernen Mähroboter einem ausführlichen Praxistest unterzogen. Die Geräte wurden über den gesamten Sommer 2025 – von April bis November – auf verschiedenen Rasenflächen erprobt. Das Ergebnis: Die Technik hat sich deutlich verbessert, aber wirklich gut sind nur zwei Modelle.
Wie navigieren die neuen Roboter?
Bevor wir zu den Testergebnissen kommen, lohnt ein kurzer Blick auf die Technologien, die hinter der drahtlosen Navigation stecken:
- Umgebungsbasiert: Diese Roboter scannen ihre Umgebung mit Kameras, Laser-Sensoren (Lidar) und/oder Ultraschall. Sie kommen ohne Antenne aus, können aber bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter Probleme bekommen.
- Satellitengestützt (RTK): Eine separat aufgestellte Antenne ergänzt den GPS-Empfang und ermöglicht zentimetergenaues Navigieren. Der Haken: Antenne und Mäher brauchen freie Sicht in den Himmel – bei dichten Bäumen oder Überdachungen wird es schwierig.
- Hybrid: Die clevere Kombination aus beidem. Wenn das Satellitensignal schwach ist, übernehmen die optischen Sensoren. Im Test funktionierte dieses Zusammenspiel besonders gut.
- Begrenzungsdraht (ältere Modelle): Der Klassiker arbeitet auch bei Regen zuverlässig, erfordert aber den nervigen Draht im Garten und mäht oft nach dem Zufallsprinzip.
Die Testergebnisse: Zwei Sieger, viele Lücken
Testsieger: Ecovacs Goat O800 RTK
Der klare Gewinner des Tests ist der Ecovacs Goat O800 RTK mit dem Gesamturteil Gut (2,4). Er navigiert per Hybrid-System aus Satellit, Sensoren und Kamera, mäht sauber in geordneten Bahnen und lässt sich bequem per App einrichten. Schnitthöhen zwischen 30 und 80 Millimeter sind möglich – eine der größten Spannbreiten im Test.
Der Einstieg ist erstaunlich simpel: Ladestation aufbauen, App installieren, den Roboter einmal per Handy-Fernsteuerung um den Mähbereich führen – und schon arbeitet er selbstständig. Ein echter Wermutstropfen: Eine deutschsprachige Datenschutzerklärung fehlt, was zu einer Abwertung führte.
Preistipp: Dreame Mova 600
Nur knapp hinter dem Testsieger landet der Dreame Mova 600 mit ebenfalls Gut (2,5). Für rund 75 Euro weniger bekommt man einen Roboter, der in Navigation und Schnittqualität kaum schlechter abschneidet. Auch er verzichtet auf eine deutsche Datenschutzerklärung – schade, aber für viele Käufer wohl kein K.O.-Kriterium.
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Die anderen: Befriedigend mit teils deutlichen Schwächen
Die restlichen sechs Modelle kamen nicht über ein Befriedigend hinaus – und das teils aus gewichtigen Gründen:
- Einhell & Worx fanden Passagen zwischen zwei Mähflächen nur zufällig.
- Anker, Anthbot & Worx starteten trotz gedrückter Stopp-Taste weiter – ein klares Sicherheitsproblem.
- Husqvarna & Mammotion erkannten eine liegende Kinderarm-Attrappe nicht rechtzeitig und touchierten sie.
- Vier Modelle haben keine deutschsprachige Datenschutzerklärung, darunter auch die beiden Testsieger.
Der Husqvarna Automower 305E Nera ist mit knapp 1.700 Euro das teuerste Gerät im Test – und landet trotzdem nur bei Befriedigend. Ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Was man vor dem Kauf wissen sollte
Mähroboter klingen verlockend, aber sie bringen auch ein paar Eigenheiten mit:
- Platzbedarf einplanen: Die Ladestation braucht Platz – Husqvarna empfiehlt beispielsweise 3 Meter freie Fläche davor und je 1,5 Meter seitlich. Dazu kommt gegebenenfalls noch ein geeigneter Standort für die Satellitenantenne mit freiem Himmelskontakt.
- Nachschnitt nicht vergessen: Kein Roboter mäht randscharf. Im Test blieben je nach Modell bis zu 20 Zentimeter breite Streifen am Rand stehen. Ein Rasentrimmer bleibt also weiterhin im Einsatz.
- Digitale Affinität hilfreich: Die Einrichtung per App, WLAN und gelegentliche Software-Updates gehören dazu. Wer damit fremdelt, greift besser zu einem klassischen Modell mit Begrenzungsdraht.
- Laufende Kosten beachten: Die kleinen Messer verschleißen und müssen regelmäßig gewechselt werden – ein Satz kostet zwischen 4 und 15 Euro. Ersatzakkus schlagen mit 60 bis 180 Euro zu Buche.
Igel und Sicherheit: Ein unterschätztes Thema
Besonders interessant: Die Stiftung Warentest hat erstmals auch den Igelschutz geprüft – und zwar mit beheizbaren Igel-Attrappen im hohen Gras. Das Ergebnis ist ernüchternd: Fast alle Roboter fuhren gegen die Attrappe, nur der Worx wich ihr zuverlässig aus.
Igel sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv. Die einfachste Lösung: Den Mähroboter so programmieren, dass er nur tagsüber fährt. Das ist bei allen getesteten Modellen möglich – und in einigen Städten wie Göttingen, Köln oder Leipzig ist das nächtliche Mähen ohnehin bereits gesetzlich verboten.

Mein persönliches Fazit
Der Mähroboter-Markt entwickelt sich rasant, und das ist spürbar: Die drahtlosen Modelle navigieren im Schnitt deutlich besser als ihre Vorgänger mit Begrenzungsdraht. Wer bereit ist, rund 700 Euro zu investieren, bekommt mit dem Ecovacs oder dem Dreame einen zuverlässigen Gartenhelfer, der echte Arbeit abnimmt.
Allerdings sollte man die Erwartungen realistisch halten: Ecken, Ränder und schmale Passagen sind nach wie vor eine Herausforderung, und komplett ohne manuelle Nacharbeit kommt man nicht aus. Wer seinen Garten liebt und gerne etwas bastelt, ist mit einem Mähroboter gut beraten. Wer hingegen einen perfekten Rasen ohne jeglichen Aufwand erwartet, wird enttäuscht sein.
Ein kleiner Tipp aus eigener Beobachtung: Wenn bei der Einrichtung der WLAN-Verbindung etwas klemmt, hilft es oft, das Gerät direkt neben dem Router zu konfigurieren oder kurzzeitig das 5-GHz-Netz am Router zu deaktivieren. So mancher Frust lässt sich damit vermeiden.
Der beste Mähroboter für Sie
Mithilfe der Testergebnisse der Stiftung Warentest finden Sie Mähroboter für einfache oder komplexe Flächen, Gärten mit vielen Bäumen oder in Hanglage. Die Ergebnisse lassen sich individuell filtern, so dass Sie Ihren persönlichen Testsieger ermitteln können.
Quelle: Stiftung Warentest, Heft 4/2026, „Mähroboter – Gute Rasenpflege geht auch drahtlos




















